Eine Region auf dem Weg durch die Zeit
Im 100. Vereinsjahr:
Der Slowenische
Kulturverein „Zarja“
in Bad Eisenkappel hat zum Kulturfeiertag eine Dokumentation über die Region herausgegeben.
ZDRAVKO HADERLAP
Unter dem Motto „Einige Schritte zurück“ stand am Wochenende der vom Slowenischen Kulturverein „Zarja“ veranstaltete diesjährige Slowenische Kulturfeiertag in Bad Eisenkappel. Neben aktuellen Bezügen zur Situation der Slowenisch sprechenden Bevölkerung in der Region stand im Mittelpunkt der Veranstaltung die Präsentation eines grenzüberschreitenden ethnologisch-wissenschaftlichen Projektes.
Die Publikation mit dem Titel „Naša regija – Na poti skozi čas“ (Unsere Region auf dem Weg durch die Zeit) dokumentiert das Kulturleben in und um Bad Eisenkappel und will zur Stärkung der Identität von Jugendlichen und des Miteinanders als Modell für grenzüberschreitende Zusammenarbeit beitragen.
Spurensuche vor Ort
Bereits im Jahr 2000 haben sich Schüler und Studenten aus Kärnten und Laibach unter der Leitung der Ethnologin und Soziologin Irena Destovnik auf Spurensuche in der Kulturlandschaft um Bad Eisenkappel begeben. Eine Woche lang wurde die wirtschaftliche Entwicklung, deren positive und negative Folgen für die Region, die Arbeit der Kulturvereine sowie das traditionelle Handwerk unter die Lupe genommen. Weiters wurden die Alltagskultur die Bergbäuerlichen Initiativen von Coppla Kaša bis zu den Kärntner Brillenschafzüchtern sowie das zweisprachigen Schulwesen durch die Jahrzehnte untersucht.
Die Resultate der Aufarbeitung sind jetzt in einer sehenswerten siebzigseitigen Publikation in slowenischer Sprache erschienen. Projektleiterin Irena Destovnik zur Zielsetzung des Projektes: „Gerade die Auseinandersetzung im Eintauchen und Kennenlernen des eigenen Umfeldes verstärkt den Daseins-Sinn junger Menschen, der sich aus den Erfahrungen und den dabei gemachten Erkenntnissen heraus entwickelt hat.“
Horizonte erweitern
Getragen wurde das von der EU mitfinanzierte Projekt vom Slowenischen Kulturverband in Klagenfurt. Für Janko Malle, Geschäftsführer des Verbandes, ist das Projekt „eine geglückte Form, Horizonte auf sachlicher Ebene zu erweitern. Die Kulturförderprogramme der EU erleichtern zudem das sprachübergreifende Miteinander in den Gemeinden und politische Grenzen hinaus.“